Bienenfreundschaft - Wir können alle etwas dazu tun

 

Glossar

                                   

Imkerliche Fachausdrücke

Dieses Glossar richte ich an Neuimker. Es soll helfen, die im Rahmen von Kursen und Vorträgen gehörten Begriffe     einzuordnen und zu sortieren. Eine Gewähr für Richtigkeit und Vollständigkeit der Erläuterungen übernehme ich nicht.

Ableger                

Unter einem Ableger versteht man ein Tochtervolk, das durch entnahme von Teilen des Hauptvolkes gebildet wird. Es gibt Königinnenableger, bei denen ein Teil des Volkes mit Königin entnommen wird, und Brutableger, bei denen nur Brutwaben ohne Königin entnommen werden.

 

 

Absperrgitter

Gitter aus Edelstahl oder Kunststoff, dessen Durchlässe in der Größe so eingestellt sind, dass Arbeiterinnen gerade so passieren können,   jedoch die größere Königin und auch die größeren Drohnen nicht.

 

Ziel des Absperrgitters ist es, die Königin am Passieren zu hindern und damit zu garantieren, dass die Königin lediglich in dem dadurch begrenzten Raum der Beute   Eier legen kann. Wird der Honigraum auf diese Weise vom Brutraum abgegrenzt, kann zu jeder Zeit sicher gestellt werden, dass sich im Honigraum keinerleit Brut befindet,   der Honig von diesem Aspekt aus also jederzeit geschleudert werden kann.

Weitere Vorzüge des Absperrgitters sind, dass nur die Waben des Brutraums auf das Vorhandensein von Schwarmzellen hin kontrolliert werden müssen.

Ferner können die Waben des Honigraumes mit Heißluft endeckelt werden, was nur bei absolut unbebrüteten Waben durchgeführt werden kann.

Da Wachsmotten bevorzugt bebrütete Waben befallen, reduziert sich ferner der Befall im Wabenlager mit Wachsmotten.

 

 

Ameisensäure

Ameisensäure ist eine organische Säure, die in der Varroa-Behandlung eine große Rolle spielt, da sie sowohl in der Natur in geringen Mengen vorkommt und auch ohne Rückstände in Wachs oder Honig abgebaut werden kann.
Ameisensäure wird meist in einem Verdunster, z.B. dem Liebig-Dispenser oder Varianten des Nassenheider Verdunsters ausgebracht.  Innerhalb weniger Tage verdampft sie in der Beute und tötet dabei Varroamilben in allen Stadien der Milbe und auch in allen Stadien  auf den Bienen und in der Brut ab.  Für einen Behandlungserfolg sind verschiedene Parameter zu beachten: Die Tages-Temperatur sollte über drei Tage hinweg nicht unter  20 Grad Celsius liegen, die Luftfeuchtigkeit sollte nicht zu hoch sein. Ein übliches Behandlungsverfahren besteht in jeweils einer Behandlung  vor und einer nach der Spätsommerauffütterung im August / September, stets jedoch nach der letzten Honigernte.

Flüssige Ameisensäure und deren Dämpfe sind für den Menschen schädlich. Bei der Arbeit mit Ameisensäure sind deswegen unbedingt entsprechende           Schutzvorkehrungen zu beachten: Spezielle Gummihandschuhe, Augenschutz, evt. auch Atemschutz.

 

Ammenbiene

Mittelalte Bienen des Stockes, die für die Fütterung und Aufzucht der Bienenlarven zuständig ist.  Die Ammenbienen kontrollieren im Dunkel des Stockes ständig den Futtervorrat der Larven und versorgen diese mit Futter, wenn erforderlich.

 

Arbeiterin

 

Weibliche Biene, die mit vollem Chromosomensatz aus befruchteten Eiern herangezogen wird, deren Eierstöcke aber nicht entwickelt sind (dadurch von der Königin unterschieden).  Die Entwicklung von Larven zur Königin bedarf der Fütterung mit Gelee-Royal, während Arbeiterinnen 'nur' mit normalen Futtersaft gefüttert werden.

Arbeiterinnen sind für alle anfallenden Arbeiten im Bienenvolk zuständig.

 

Auffütterung

 

Teil der Spätsommerpflege.

Bei der Auffütterung wird den Bienenvölkern ein für die überwinterung ausreichender Vorrat an Zucker, z.B. in Form von Zuckersirup, angeboten.

 

Baurahmen

 

Der Baurahmen ist ein leeres Rähmchen, das den Bienen im Laufe des Frühjahrs und des Sommers eingehängt wird. Die Bienen bauen in dieses Rähmchen eine Wabe ein. Da keine  Mittelwand eingelötet wurde, wird den Bienen auch die Größe der anzulegenden Zellen mit dem Baurahmen nicht vorgegeben. Im Laufe des Frühjahrs und Frühsommers legen die Bienen  in diesen Baurahmen daher bevorzugt größere Zellen für die Aufzucht von Drohnen an.

Durch das gleichzeitige Einhängen von Mittelwänden mit der vorgeprägten Struktur von (kleineren) Zellen für die Arbeiterinnenbrut sowie einem Baurahmen ohne Vorgabe der  Zellengröße kann das Bauverhalten der Bienen dahingehend gesteuert werden, dass die Mittelwände rein mit Arbeiterinnenbrut und die Baurahmen rein mit Drohnenbrut ausgebaut werden.  Dies ist die Voraussetzung für die gezielte Entnahme der Drohnenbrut im Rahmen der Varroa-Bekämpfungsstrategie und zur Schwarmverhinderung.

 

Betriebsweise

 

Handhabung der Bienenvölker über das Jahr hinweg.

Es gibt zahlreiche unterschiedliche Betriebsweisen, die sich jeweils durch eine bestimmte Abfolge von Eingriffen in das Bienenvolk kennzeichnen lassen. Was zunächst     ein 'Buch mit sieben Siegeln' zu sein scheint erschließt sich im Laufe der Zeit, wenn man die Biologie der Honigbiene und die Abläufe im Bienenvolk aus eigener Anschauung kennt.     Für den Anfang empfiehlt es sich, bei einer Betriebsweise zu bleiben und diese im Laufe des Jahres 'durchzuhalten'. Im Laufe des Anfängerkurses wird eine Betriebsweise vermittelt,     die im Regelfall unter den hiesigen Bedingungen zu guten Ergebnissen hinsichtlich der Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Bienenvölker führt und die einen guten Honigertrag im     Regelfall erwarten lässt.

 

Beute

 

Kiste, in der die Bienen wohnen (Bienenwohnung). Die Imker bezeichnen eine Bienenwohnung als Beute. Es gibt verschiedene Beutentypen. Im Wesentlichen     werden diese danach unterschieden, ob man die Beute von oben öffnet (Oberbehandlungsbeuten) oder von hinten (Hinterbehandlungsbeuten). Ferner gibt es Beuten,     die in einer Art Systembaukasten durch das Aufeinandersetzen von Ringen beliebig vergrößert werden können (Magazine). Nicht nur die Beuten sind unterschiedlich,     sondern auch die Größe der darin verwendeten Rähmchen.

 

Bienenrassen

 

Die Art  Apis mellifera ist die am weitesten verbreitete Bienenart weltweit. Sie eignet sich zur Honigerzeugung hervorragend.                

Von Apis mellifera bestehen unterschiedliche Rassen, von denen zum Teil unterschiedliche Zuchtlinien abgegrenzt werden können.

Die ursprüngliche Bienenrasse in Mitteleuropa ist A.m.mellifera (Dunkle Biene).

Auf Grund ihrer zahlreichen Vorzüge (Sanftmut, schnelle Frühjahrsentwicklung) ist mittlerweile die Apis mellifera carnica am weitesten verbreitet. Die Kärntner Biene, auch Krainer Biene genannt, ist eine natürlich entstandene Unterart der Westlichen Honigbiene (Apis mellifera). Von den Imkern wird sie auch einfach Carnica genannt.

Die 'Buckfast-Biene' ist eine Kunstrasse, die durch gezielte Kreuzungen durch Bruder Adam im Kloster Buckfast in Südengland erzeugt wurde. Sie wird auf Grund ihrer hohen  Honigleistung insbesondere von Berufsimkern gern eingesetzt. Nachteilig ist, dass die Sanftmut der ReinzuchtKöniginnen in den nachfolgenden Generationen durch 'Aufmendeln' sehr  schnell auch wieder verschwinden kann.

 

 

 

Bienensterben, Völkersterben

 

Sammelbegriff für immer wieder kehrende Ereignisse...

Der Begriff des 'Bienensterbens' ist als Bezeichnung für verschiedenste Phänomene in der Vergangenheit durch die Medien gegangen. So wurden zum Beispiel     die hohen Verluste bei der überwinterung der Bienenvölker durch die Varroamilbe ebenso als Bienensterben bezeichnet wie auch die Verluste von Flugbienen im Frühjahr 2008 durch direkte Vergiftung mit Pflanzenschutzmitteln.

 

Brutbrett

Bezeichnung für eine Wabe, die beidseits (mehr oder weniger) komplett mit (verdeckelter) Arbeiterinnenbrut belegt ist.

 

Brutnest

Bereich auf den Waben, in dem Brut aufgezogen wird. Von den Bienen zusammenhängend angelegt und charakteristischerweise von einem Bereich mit Zellen, in denen Pollen eingelagert   wird sowie dann einem Kranz mit Honigvorräten umgeben.

 

Brutraum

Zarge, in der sich die Königin aufhält und Eier legt. In dieser Zarge wird also die Brut aufgezogen (daher der Name). Der Brutraum wird von vielen Imkern durch ein   Absperrgitter vom Honigraum getrennt.

 

Brutraum, geteilt

Brutraum, der auf zwei Zargen aufgebaut ist (und damit einen oberen und einen unteren Brutraum besitzt). Die Arbeit mit einem geteilten oder ungeteilten Brutraum, hängt  von der jeweiligen Betriebsweise ab.

 

Brutraum, ungeteilt

Brutraum nur in einer Zarge (vor allem beim Dadant-Maß, aber auch im Langstroth-Maß weltweit häufig verbreitet).

 

Buckelbrut

Bezeichnung für Drohnenbrut, die in Arbeiterinnenzellen angelegt wird. Durch die größeren Drohnenlarven stehen die Zellen deutlich über die normale Höhe hinaus (Buckel).  Verliert ein Volk seine Königin und misslingt die Nachschaffung oder ist eine Nachschaffung nicht möglich (zum Beispiel im Winterhalbjahr), so entwickeln sich bei Arbeiterinnen  die Eierstöcke. Da diese sogenannten Drohnenmütterchen jedoch nicht begattet sind, können sie nur unbefruchtete Eier ablegen, aus denen sich Drohnen entwickeln. Auf Grund des  dann charakteristischen Aussehens der Brutwaben nennt man solche Völker auch 'buckelbrütig'.

 

Dadant

Insbesondere in der Berufsimkerei verbreitetes Rähmchenmaß.

 

Deutsch-Normal

Insbesondere in Norddeutschland verbreitetes Rähmchenmaß der Hobby- und Nebenerwerbsimkerei.

 

Dickwaben

Bei Dickwaben handelt es sich um Waben des Honigraumes, die mit einem weiteren Abstand der Rähmchen zueinander eingehängt werden. Die Bienen verlängern die Seitenwände  der Zellen, die Wabe wird dadurch dicker. Dickwaben sind im Wabenmaß in der Regel kleiner als normale Waben. Die Verwendung von Dickwaben ist eine Philosophiefrage.

 

Drohn

 

Männliche Bienen, werden aus unbefruchteten Eiern aufgezogen (Jungfernzeugung). Jedes Bienenvolk zieht im Frühsommer Drohnen auf, die zur Begattung von JungKöniginnen gebraucht werden. Drohnen zeigen einen weiten Aktionsradius und werden in der Schwarmzeit in jedem Bienenvolk eingelassen. Die Begattung der Königinnen erfolgt im Flug an sogenannten Drohnensammelplätzen.

Drohnen haben keinen Stachel.

Weil sie aus unbefruchteten Eiern aufgezogen werden, haben Drohnen keinen Vater, aber einen Großvater. Konsequenz für die Zucht: über die Großeltern  werden die züchterischen Qualitätsmerkmale der Königin bestimmt.

 

Drohnenbrutentnahme

Entnahme der Baurahmen nach vollständiger oder zumindest überwiegender Verdeckelung. Durch die Entnahme der Drohnenbrut wird der Schwarmtrieb des Volkes gedämpft. Da  sich die Varroamilben bevorzugt in Drohnenbrut begeben, ist die Drohnenbrutentnahme gleichzeitig ein wesentlicher Baustein in der Varroabekämpfungsstrategie.


Drohnenbrütigkeit

Die Drohnenbrütigkeit eines Volkes ist dann gegeben, wenn ausschließlich unbefruchtete Eier in den Zellen vorhanden sind. Dies ist für den Imker am besten sichtbar, wenn die Zellen bereits verdeckelt sind und sich die herausstehenden Drohnenzellen von der restlichen Wabenfläche abzeichnen. Es werden drei verschiedene Ursachen der Drohnenbrütigkeit unterschieden, bei denen es verschiedene Verfahrenswege zur Bewältigung des Problems gibt. In jedem Fall ist aber ein Eingreifen des Imkers unvermeidlich. Der Begriff Drohnenbrütig wird hierbei als Synonym verwendet, solange nicht klar ist, um welche Form es sich genau handelt. Die am einfachsten zu bewältigende Form eines drohnenbrütigen Volkes ist die Buckelbrut. Die im Volk vorhandene Königin hat die Fähigkeit verloren befruchtete Eier abzulegen. Dieses, auch als Greisenbrütigkeit bezeichnete, Unvermögen kann nur durch den Austausch der Königin durch eine neue junge und begattete Königin behoben werden. Hierzu ist die alte Königin einzufangen und abzutöten, zudem ist eine Brutwabe sehr jungen Eier (1 – 3 Tage) aus einem anderen Wirtschaftvolk in das buckelbrütige Volk zu geben, damit diese Nachschaffungszellen erzeugen. Nach 9 Tagen, wenn die Brutwabe verdeckt ist, werden die Nachschaffungszellen entfernt und eine junge Königin über einen ausfresskäfig eingehängt. Es ist darauf zu achten, dass die neue Königin von den Bienen während des Ausfressens gefüttert und gepflegt wird, sollte die Bienen versuchen die Königin abzustechen, so befindet sich in der Regel noch eine Königin oder eine Afterweisel im Volk, welche vorher zu eliminieren ist.

Ebenso einfach zu beheben, wie ein Volk mit Buckelbrut ist die Fehlbrut. Hierbei ist eine junge Königin aufgrund von besonderen Umständen nicht begattet worden und legt nun unbefruchtete Eier. Grund für ein derartiges Verhalten ist in der Regel ein nicht zustande gekommender Jungfernflug, daher auch der Name Jungfernbrütigkeit. Sofern die äußeren Umstände aufgrund von Witterung oder ähnlichen Faktoren einen Begattungsflug nicht zugelassen haben, beginnt die Königin nach circa 6 Wochen nach dem Schlüpfen mit der Legetätigkeit auch wenn diese nicht begattet worden ist. Da kein Samen in der Samenblase vorhanden ist, können nur unbefruchtete Eier und somit ausschließlich Drohnen bestiftet werden. Mit dem Volk ist in gleicher Weise wie bei Buckelbrut zu verfahren. In der Regel kann aber aufgrund der zumeist schon vollständigen Verdeckelung der Brut auf die Zugabe einer Brutwabe verzichtet und die Königin nach etwa 2 Stunden der Weisellosigkeit in das Volk über einen Ausfresskäfig gegeben werden. Ein Volk mit einer fehlbrütigen Königin ist zumeist erst nach der Verdeckelung der Drohnenbrut zu erkennen, weil diese ebenfalls ein sehr flächendeckendes Brutnest erzeugen, welches in den ersten Tagen nach der Eiablage kaum von Brutwaben mit Arbeitsbienen zu unterscheiden ist.

Afterweisel – unbegattete Arbeitsbiene

Die echte Drohnenbrütigkeit tritt zumeist im Frühjahr oder Spätherbst auf, wenn kein oder nur noch ein sehr kleines Brutnest besteht. In der Regel waren zum Zeitpunkts des Versterbens der begatteten Königin nicht mehr ausreichend junge Brut im Volk, sodass aus einer oder mehreren Arbeitsbienen sogenannte Afterweiseln entstehen, dies im Körperbau den normalen Arbeitsbienen sehr ähnlich sind, aber Eier in die Zellen legen. Zu erkennen ist ein drohnenbrütiges Volk mit Afterweiseln über das uneinheitliche Brutnest, bei dem sich zumeist mehrere Eier in einer Zelle befinden, nicht über die gesamte Wabenfläche bestiftet wurde und die Eier zumeist an den Zellwänden geheftet wurden. Weil die eierlegenden Arbeitsbienen nicht zu erkennen sind, sollte zur Behandlung die Bildung eines Feglings genutzt werden. Anschließend ist dem Volk unmittelbar eine begattete Königin beizusetzen.

Als präventive Maßnahme gegen drohnenbrütige Völker hilft nur die rechtzeitige Erneuerung der Königin nach spätestens 2 Jahren. Ebenfalls ist ein sorgsamer Umgang mit den Bienen vorteilhaft, um die Königin bei der Durchsicht des Bienenvolkes nicht zu quetschen oder gar versehentlich zu töten. Nach spätestens 6 Wochen ab Auftreten der Drohnenbrütigkeit ist ein Totalverlust des Bienenvolkes unvermeidlich, dann nach spätestens 42 Tagen ist auch die letzte Arbeitsbiene am Ende ihres Lebenszyklus angekommen.


 

Einbetteln

Vorgang, bei dem stockfremde Bienen um Einlass in ein anderes Bienenvolk bitten. Wird unterstützt, wenn die um Einlass bittenden Bienen etwas Nektar anbieten können.

 

Einengen

Als Einengen wird bezeichnet, wenn dem Volk im Rahmen der Spätsommerpflege der vorhandene Raum verkleinert wird (durch entnahme einer oder mehrerer Zargen).

  

Entwicklungszeit

Die Kenntnis der Entwicklungszeit der 3 Bienenwesen (Königin, Arbeiterin, Drohn) ist für die Terminierung imkerlicher Eingriffe von entscheidender Bedeutung.    Daher sollte die Entwicklungszeit jederzeit auswendig beherrscht werden:

 

Stadium

Königin

Arbeiterin

Drohn


Ei


3 Tage


3 Tage


3 Tage


Larve


5 Tage


6 Tage


7 Tage


Puppe


8 Tage


12 Tage


14 Tage


Gesamt


16 Tage


21 Tage


24 Tage

 

 

 

Futtersaft

Von den Ammenbienen in speziellen Futtersaftdrüsen im Kopf hergestelltes Sekret zur Fütterung der Larven.

 

Gelee Royal

Futtersaft, mit denen die Königinnenlarven gefüttert werden.

Drüsensekret der Arbeiterinnen

Dieses Sekret wird für Arbeiterinnenlarven mit Pollen und Honig 'gestreckt', woraus sich der Futtersaft der Arbeiterinnenlarven ergibt.

 

Genmaisanbau und Honigerzeugung

Die Bienen sammeln Pollen der Maisblüte und füttern mit diesem Eiweißstoff ihre Brut, also die heranwachsenden Bienen. Pollen wird auch zur späteren Verwendung in den Waben eingelagert. Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass sich dieser Pollen dann auch im Honig wiederfindet, den die Bienen zur Zeit der Maisblüte oder auch später sammeln.

Wissenschaftliche Versuche haben gezeigt, dass bei Bienenvölkern, die an einer Darmerkrankung leiden, nach der Aufnahme von Genmaispollen eine erhöhte Sterblichkeit auftritt. Dies kann bei einer weiteren Ausweitung des Genmaisanbaus sehr negative Auswirkungen haben, da Bienenvölker häufig mit den Bakterien infiziert sind, die diese Darmkrankheit auslösen können.
Doch nur mit gesunden Bienen können  Imker auch in Zukunft Honig erzeugen und die Bestäubung vieler Nahrungspflanzen sicherstellen, die für uns alle von existenzieller Bedeutung ist.

 

Gemüll

Alles, was vom Bienenvolk nach unten abfällt. Enthält Wachsreste, Bienenteile, Pollen, Varroamilben etc.

 

Gemülldiagnose

Analyse des Gemülls hinsichtlich seiner Zusammensetzung und das Ziehen von Rückschlüssen daraus auf den Zustand des Bienenvolkes.

 

Gesundheitszeugnis

Bescheinigung eines Bienenseuchensachverständigen, dass das Bienenvolk nicht an amerikanischer Faulbrut erkrankt ist. Voraussetzung, um mit einem Bienenvolk wandern zu dürfen.

 

Gitterboden

Boden einer Bienenbeute, der an Stelle eines Brettes ein Drahtgitter hat, nach unten also belüftet und somit 'kalt' ist.

 

Hofstaat

Ansammlung von Arbeiterinnen, die rings um die Königin mit dem Kopf Richtung Königin ausgerichtet sind. Die Hofstaatbienen wechseln ständig durch und nehmen die Duftstoffe der Königin auf, Füttern und Putzen die Königin.

 

Honigraum

Zarge, in die die Bienen Honig eintragen. Bei vielen Imkern durch ein Absperrgitter vom Brutraum getrennt.

 

Kellerhaft

In vergangenen Zeiten praktizierte Methode, einen eingefangenen Schwarm zunächst in den Keller zu verbringen, um ihn von der alten Umgebung zu entwöhnen. Ist in der Regel nicht erforderlich, wenn der Schwarm an einen neuen Standort           verbracht und dort in eine Beute eingeschlagen wird.

 

Kippkontrolle

Untersuchung der Völker auf Schwarmzellen, bei der bei einem geteilten Brutraum der obere Brutraum angekippt und die Unterseiten der Rähmchen auf das Vorhandensein von Schwarmzellen hin überprüft werden.

 

Legeleistung

Maß für die Zahl der Eier, die eine Königin täglich ablegt. Gute Königinnen schaffen an guten Tagen über 2.000 Eier.

 

Maß, Wabenmaß, Rähmchen Maß

Als Maß wird die Größe der Rähmchen (und dadurch bedingt darin ausgebauten Waben) bezeichnet. Es bestehen in Deutschland zahlreiche unterschiedliche Rähmchenmaße. In Süddeutschland dürfte mittlerweile das Zandermaß die überwiegende Verbreitung gefunden haben. In Norddeutschland ist auch das Deutsch-Normalmaß weit verbreitet.

 

Mittelwand

Wachsplatte, die die Struktur von Arbeiterinnenzellen vorgeprägt hat. Die Mittelwand wird in ein Rähmchen eingelötet.

 

Monokulturen

 

Bienen können verhungern und zwar überall dort, wo einseitige Kulturen wie Mais oder Baumwolle die Landschaft dominieren. So genannte Wirtschaftswiesen werden zwei, drei Mal im Jahr noch vor der Blüte gemäht, um Grassilage als Tierfutter zu gewinnen. In der Intensivlandwirtschaft werden unermüdlich "Unkräuter" entfernt. In der Stadt, werden Rasen, Grünstreifen, Wiesen und Parkanlagen ständig kurz gehalten, die Blühpflanzen abgemäht. In diesen ausgeräumten Landschaften finden Bienen oft zu wenig Nahrung.

Es gibt  Hinweise darauf, dass die Winterverluste größer sind, wenn die Bienenstöcke in der Nähe von Maisäckern stehen“. Honiginsekten sind nämlich gesünder und vitaler, wenn sie in ihrem Flugradius von etwa drei Kilometern eine Vielfalt von Blüten ansteuern können. Finden sie aber nur Maisäcker vor, dann ist ihre Ernährung einseitig, weil der Mais keinen Nektar, sondern nur Pollen spendet.

In einem Versuch fütterten französische  Wissenschaftler eine Gruppe von Bienen mit einförmiger Pollennahrung, einer anderen Gruppe standen verschiedene Blütenpflanzen zur Verfügung. Danach maßen sie die Konzentration bestimmter Blutzellen oder die Aktivität einer Anzahl von Enzymen, mit deren Hilfe die Larvennahrung sterilisiert wird.  

Die Bienen, die vielfältige Nahrung aufgenommen hatten, wiesen erhöhte Konzentration derjenigen Stoffe auf, welche das Immunsystem unterstützen. Die Immunaktivität der einseitig Ernährten hingegen war schwächer: Diese Bienen waren anfälliger für Krankheiten und Parasiten.  

Ein ähnlicher Versuch mit Hummeln bestätigt dieses Ergebnis: Larven, die mit Pollen aus unterschiedlicher Pflanzen gefüttert wurden, wuchsen schneller heran und waren kräftigerer als ihre Artgenossen, die Pollen aus einseitiger Nahrung erhielten.

Je vielfältiger das Nahrungsangebot, desto widerstandsfähiger sind die Bienen gegen Krankheiten. Die Intensivlandwirtschaft gefährdet auf lange Sicht auch die Biodiversität der Wildpflanzen. So wiesen deutsche Wissenschaftler in einem einjährigen Feldversuch die auch negative Auswirkung von Monokulturen auf die Bestäubung der Wildpflanzen nach.  

Als man ihnen die Wahl ließ, flogen die Bienen bevorzugt große Rapsfelder an, die Wildpflanzen berührten sie kaum. Wo sich artenreiche Wälder, Wiesen und Äcker abwechseln, findet sich für Bienen von Frühjahr bis Herbst ein vielfältiges Nahrungsangebot. Vor allem im Ökolandbau bereichern sie die Landschaft und locken Bienen an: Gelbsenf, Phacelia, Lupinen, Futtererbsen, Winterwicken, Ackerbohnen, Futterklee sowie Buchweizen, Lein und Sonnenblumen.

 

 

Nachschaffung

 

Geht einem Bienenvolk die bisherige, eierlegende Königin verloren, so können aus den zuletzt von der Königin gelegten Eiern neue Königinnen nachgezogen werden. Der Imker  spricht von Nachschaffung. Bienenlarven aus befruchteten Eiern (also weibliche Larven) können bis zum zweiten Tag der Larvenentwicklung durch die ausschließliche Fütterung  mit Gelee Royal zur Königin gemacht werden.

Für die Nachschaffung von Königinnen nutzen die Bienen bevorzugt jüngste Larven, um den Zeitpunkt bis zur Erlangung einer neuen Königin möglichst zu verkürzen. Entsprechend  der Entwicklungszeiten (siehe dort) schlüpft die NachschaffungsKönigin am 12. Tag nach dem Verlust der alten Königin. Bis zur möglichen Kontrolle, ob die junge Königin begattet  wurde, müssen noch weitere 14 Tage abgewartet werden.

 

Nachschaffungszelle

Königinnenzelle, die nicht extra für die Zucht von Königinnen angelegt wurde, sondern die aus bestehenden Arbeiterinnenzellen bei der Nachschaffung durch 'Umbau' der  Wabenstruktur hergestellt werden.

 

Naturbau, Naturwabenbau

Wabenbau, der von den Bienen ohne Vorlage einer Mittelwand angefertigt wird.

 

Ohren, Öhrchen

überstand bei den oberen Leisten der Rähmchen, an denen diese aufgehängt werden.

 

Pheromone

Lateinischer Fachausdruck für Duftstoffe, die als Botenstoffe fungieren und Signalwirkungen haben. Für die Steuerung des Zusammenlebens von Insekten von entscheidender   Bedeutung.

 

Pollen, Pollenangebot

Blütenstaub, der von den Bienen zur Aufzucht der Brut eingesammelt und zu 'Bienenbrot' verarbeitet und in die Zellen eingelagert wird. Das reale Pollenangebot einer Region  ist für den Imker oft schwer zu beurteilen.

 

Propolis

Das Wort Propolis, oder auch öfters als das Kittharz bezeichnet, kommt aus den griechischen Worten "pro" "vor" und "polis" "Stadt". Hauptsächlich weil Propolis am häufigsten am Flugloch vorkommt. Propolis wird auch Bienenleim, Bienenkittharz, Kittharz, Bienenharz oder Kittwachs bezeichnet. Propolis gilt als ein natürlich vorkommendes Antibiotikum und besteht aus vielen unterschiedlichen Stoffen, deren Zusammensetzung sehr stark vom Standort abhängig ist.

Propolis wird von den Bienen zum Abdichten und Verschließen von kleinen Ritzen und Löchern in ihren Bienenbeuten verwendet. Weiteres verwenden die Bienen das Kittharz für die Abwehr oder Tötung von Bakterien, Pilzen und anderen Mikroorganismen die durch Flugbienen oder Eindringlinge eingeschleppt wurden.Die Bienen überziehen die komplette Bienenbeute mit einem Wachs-Propolis-Film. Sollten die Bienen im Inneren der Beute Eindringlinge oder Fremdkörper entdecken, werden diese auch mit einem Propolisfilm abgeschirmt, um eine Ausbreitung von Krankheiten zu verhindern. Das gesammelte Harz von verschiedenen Bäumen (Buchen, Birken, Pappeln, Fichten, Ulmen und Kastanien) wird von den Bienen mit ca. 30 % Wachs, 10 % ätherische Öle, 5 % Pollen und Speichelsekrete vermengt. Die Bienen tragen gegen Ende des Sommers vermehrt Propolis in den Bienenstock ein, um die Bienenbeute für den Winter luftdicht abzuschließen.

 

Puppe

Entwicklungsstadium in der Entwicklung holometaboler Insekten, zu denen die Bienen gehören. Im Puppenstadium ist die Brutzelle verdeckelt.

 

Räuberei, Rauben

 

Insbesondere in Tracht-armen Zeiten suchen die Bienen auch bei benachbarten Völkern nach Möglichkeiten, Honig aufzunehmen.  Imkerliche Fehler können dann dazu führen, dass insbesondere schwache Völker von stärkeren Völkern 'ausgenommen' werden, mit oft fatalen Folgen für die schwachen Völker.

Muss und kann durch umsichtiges Verhalten vermieden werden. Insbesondere ist es erforderlich, keine zuckerhaltigen Substanzen in der Nähe von Bienenvölkern zu exponieren und  die Völker in trachtarmen Zeiten nicht zu lange und vorzugsweise gegen Ende der täglichen Flugzeit zu öffnen.

 

Rahmen, Rähmchen

 

Die sogenannten Rähmchen sind kleine Holzrahmen, die den Bienen zum Bau ihrer Waben zur Verfügung gestellt werden. Um gleichmäßigen Wabenbau zu erreichen, gibt der Imker den Bienen eine Wabengröße mit Hilfe von sogenannten Wachsmittelwänden, Wachslinien oder Anfangssteifen vor.

Um die Bienenwaben in den Rähmchen zusätzlich zu stabilisieren, werden feine Drähte waagerecht oder senkrecht in den Rähmchen eingearbeitet.

Als Holz verwendet man meistens Lindenholz, wobei auch vereinzelt Zirben Holz zur Anwendung kommt.

Rähmchen gibt es in den verschiedenen Größen und Maßen. Alle Maße sind Außenmaße ohne Ohren (Verlängerung der Oberträger zum Einhängen der Rähmchen in die Bienenbeute).

 

 

 

 

Name

Breite (mm)

Höhe (mm)

Dadant Brutraum

435

300

Dadant Honigraum

435

160

Deutsch Normal

370

223

Kuntsch breit

330

250

Kuntsch hoch

250

330

Langstroth

448

232

Österreische Breitwabe

426

255

Zander

420

220







 

Randwaben

Waben, die in der Zarge am Rand hängen. Beim Brutraum sind diese Waben in der Regel mit Honig und/oder Pollen gefüllt.

 

Sammelbrutableger

 

Volk, das aus der Entnahme von Brutbrettern mit aufsitzenden Bienen (aber tunlichst ohne Königin) gebildet wird. Dieses Volk verfügt durch das Schlüpfen der Jungbienen binnen  weniger Tage über mehrere Tausend Jungbienen, die Brut aufziehen können. Das Volk eignet sich daher hervorragend zur Nachzucht von Königinnen.

Die Bildung von Sammelbrutablegern erfolgt in der Regel zwischen dem 20. April und dem 10. Mai.

 

Schröpfen

 

Eingriff im Frühsommer, bei dem dem Bienenvolk eine Wabe mit möglichst vielen verdeckelten Arbeiterinnen-Brutzellen entnommen wird. Diese Brutbretter werden dann zur Bildung  von Sammelbrutablegern verwendet. Sinn des Schröpfens ist es, die aufsteigende Volksentwicklung im Frühsommer etwas zu dämpfen, um das Aufkommen von Schwarmstimmung zu verzögern oder  zu verhindern. Ist bereits Schwarmstimmung eingetreten, ist das Schröpfen wirkungslos.

Das Schröpfen wird üblicherweise in die Kippkontrolle integriert.

 

Schwarm

 

Der Schwarm ist die natürliche Art der Biene, sich zu vermehren. Hat das Volk erfolgreich JungKöniginnen aufgezogen, so verlassen die Flugbienen zusammen mit der alten  Königin das Volk, es schwärmt. Der Scharm sucht sich innerhalb weniger Tage eine neue Höhle. Das verbleibende Restvolk hat, sofern die Begattung klappt, eine junge Königin.

Imkerlich ist in vielen Betriebsweisen die Bildung von Schwärmen nicht erwünscht. Andererseits stellen insbesondere die 'wesensgemäßen Betriebsweisen' auf die  Völkervermehrung über den Schwarmtrieb ab.  Zwar wird in  der alten Bauernregel 'ein Schwarm im Mai - ein Fuder Heu, ein Schwarm im Jun - ein fettes Huhn, ein Schwarm im Jul - ein Federspul' zum Ausdruck gebracht, dass frühe Schwärme  noch im gleichen Jahr Honig bringen können. Dagegen schrieb die Rheinische Bienenzeitung schon 1905: 'ein Schwarm im Mai - ein Fuder Heu, kein Schwarm im Mai - der Fuder zwei'.  Hierdurch wird zum Ausdruck gebracht, dass die Gesamthonigleistung von Völkern, die nicht abschwärmen, durch abgeschwärmtes Volk und Schwarm zusammen nicht erbracht werden kann.

 

Schwarmlust

Neigung des Bienenvolkes, Königinnenzellen anzulegen und damit die Bildung von Schwärmen einzuleiten.

 

Schwarmzeit

Zeit, in der die Bienen über die Nachzucht von Königinnen und die Bildung von Schwärmen eine Vermehrung anstreben. In der Regel zwischen Ende April und Mitte Juni.

 

Schwarmzelle

Auch Königinnen-, Weisel- oder Edelzelle. Alles Synonyme für den Zelltyp, in dem Königinnenlarven aufgezogen werden. Dieser Zelltyp zeichnet sich dadurch aus, dass er  im Gegensatz zu den Zellen für Drohnen oder Arbeiterinnen nach unten offen ist (also hängt).

 

Spätsommerpflege

 

Teil der Betriebsweise (=Völkerführung) zur Vorbereitung der Bienen auf den Winter, i.d.R. beginnend im August und endend Mitte September.

Wesentliche Arbeitsschritte sind das Einengen der Bienenvölker auf die Anzahl der Zargen, in denen sie überwintert werden sollen (i.d.R. zwei bei den Wirtschaftsvölkern).  Integrierte Varroabehandlung mit Ameisensäure und Auffüttern der Bienen für den Winter.

 

Spurbiene

Spurbiene ist eine Individualistin, die am Morgen als Erste den Stock verlässt. Sie ist allein unterwegs, manchmal weit weg vom Stock entfernt. Hier fliegt die Spurbiene Blüten an und prüft den Nektargehalt. Sie verschafft sich einen Überblick, wie viele Blüten mit demselben Nektar es vor Ort gibt. Wenn die Spurbiene den Eindruck hat, dass ein guter Nektarplatz gefunden ist, markiert sie Blüten mit einem Duft, nimmt eine Nektarprobe und Pollen und fliegt zum Stock zurück. Hier informiert sie die Sammlerinnen mit dem Schwänzeltanz über das Gebiet der Trachtquelle.



Standbegattung

 

Form der Königinnenzucht, bei der die aufgezogenen JungKöniginnen vom heimischen Bienenstand aus zum Begattungsflug starten können. Bei dieser Form der Begattung stoßen die  Königinnen auf den Drohnensammelplätzen auf ein genetisches Sammelsurium an Drohnen. Die Begattung erfolgt im Sinne einer züchterischen Auslese daher 'ungeregelt'.

Regelfall der Begattung bei eigener Königinnennachzucht.

 

Sterzeln

Spezielle Fächelhaltung der Bienen, bei der die Bienen (meist vor dem Flugloch) stehend Luft am erhobenen Hinterleib vorbeifächeln (durch intensives Flügelschlagen).  Hierbei wird die Hinterleibsdrüse aktiviert und Citral (Zitronen-Orangen-Duft) abgesondert. Es entsteht ein typischer Bienenduft, der andere Bienen anlockt (insbesondere  aus dem eigenen Stock --> Signal: 'hier geht's lang').

 

Stift

Imkerlicher Fachausdruck für ein Ei, das von der Königin in eine Zelle abgelegt wurde. Der Ausdruck stammt daher, dass die frisch gelegten Eier  der Königin zunächst in den Zellen vom Zellenboden stiftförmig abstehen und sich bis zum Schlupf der Larve nach 3 Tagen langsam zum Zellenboden hin senken.

 

Streptomycin

Antibiotikum, das in die Blüte gespritzt wird (gegen Feuerbrand im Apfelanbau eingesetzt).

 

Tracht

 

Hat nichts mit regionaltypischer Kleidung zu tun, sondern beschreibt das, was die Bienen rund ums Jahr eintragen. Es gibt z.B. eine 'Frühtracht' aus Frühblühern bis  ca. einschließlich der Obstblüte, eine Waldtracht (Honigtau-Angebot), eine Spätsommertracht, eine Rapstracht etc. etc.

Nach dem Umfang des Nektar bzw. Honigtauangebotes spricht man von Massentrachten ('da kommt was zusammen') und Läppertrachten (wie der Name schon sagt, läppert sich mit  der Zeit auch was zusammen).

 

Tracht ist der Oberbegriff für die Nahrung, die die Bienen eintragen, also Nektar, Pollen und Honigtau. Die so genannten Haupttrachtpflanzen bieten den Bienen einen erheblichen Überschuss an Nektar, Pollen und Honigtau und stärken damit die Entwicklung des Volkes. Für den Imker sind sie deshalb von einer besonderen wirtschaftlichen Bedeutung. Die Blütentracht ist durch zahlreiche Pflanzenarten und eine festgelegte Blühfolge gekennzeichnet, die der Imker durch das Wandern mit den Bienenvölkern ausnutzt. 

Entwicklungstracht
Alle blühenden Pflanzen bis zum Beginn der Kirschblüte werden zur Entwicklungstracht gezählt, die bis Ende April dauert. Sie dient den Bienen zum Aufbau des Volkes, nicht vorrangig der Honigernte des Imkers. Für Bienen nutzbare Pflanzen sind in dieser Zeit Birke, Erle und Krokus. Von besonderer Bedeutung ist die Weide, da sie reichlich Pollen und Nektar bietet und damit eine rasche Entwicklung des Volkes sichert.


Frühtracht
Von Anfang bis Ende Mai dienen unter anderem die Blüten von Obst, Raps und Löwenzahn dem Wachstum und der Stärkung des Bienenvolkes. Nur bei starken Völkern ist mit dieser so genannten Frühtracht auch die erste Honigernte möglich. Die Obstblüte liefert den Bienen besonders viel Nektar und Pollen. Gleichzeitig führen Bienen den Hauptteil der Bestäubungsarbeit aus und fördern so bei Obstbäumen die Entwicklung des Fruchtansatzes. Ökologisch arbeitende Imker stellen Bienenvölker ausschließlich in ökologisch bewirtschaftete Flächen, da hier keine bienengefährlichen Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden.


Frühsommertracht
Ab Ende Mai bis Mitte Juni ändert sich die Trachtsituation. Blütenpflanzen und Blumen der Wiesen gewinnen als Nektar- und Pollenquellen für die Bienen an Bedeutung. Die Robinie ist die wichtigste Frühsommertracht, neben Ahorn und Himbeere. Sie blüht nur kurze Zeit und ist eine Massentracht mit reichlich Nektar.


Sommertracht
Zwischen Frühsommer- und Spättracht liegt die Sommertracht. In dieser Zeit liefern insbesondere Linde, Phacelia und Sonnenblume den Bienen Nahrung.


Spättracht
Von Mitte Juli bis Mitte Oktober dient die Tracht von Buchweizen, Heidekraut, Klee oder Mais dem Aufbau gesunder Wintervölker. Diese so genannte Spättracht bringt dem Imker keinen schleuderbaren Honigertrag.


Honigtautracht
Die Honigtautracht tritt, je nach Baumart, in den Jahren sehr unregelmäßig von Ende Mai bis Ende September auf. Daher ist Honogtauhonig teurer als Blütenhonig. Typische Trachtpflanzen sind z.B. Tanne, Kiefer, Lärche oder Ahorn. Honigtauhonig wird im Handel oft als Waldtracht bezeichnet.

 

 

Umweiselung

Austausch der Königin. Entweder im Zuge eines natürlichen Vorganges durch das Bienenvolk selbst oder durch eine imkerliche Maßnahme.

 

Umweiselung, stille

Vorgang, bei der das Bienenvolk eine Königin nachzieht, diese jedoch nicht zur Bildung eines Schwarmes verwendet, sondern um die alte Königin zu ersetzen. Findet häufig statt,  ohne dass der Imker dies bemerkt.

 

Varroa, Varroamilbe

 

Varroa destructor (früher wurde fälschlicherweise angenommen, es handele sich um Varroa jacobsoni). Eine Milbe, die im Bienenvolk lebt und sich     in der Brut vermehrt. Bei starkem Befall der Bienenvölker mit der Varroamilbe brechen die Bienenvölker letztendlich zusammen. Varroamilben gehören zu den     größten Milben überhaupt und sind - zum Beispiel im Gegensatz zur Hausstaubmilbe - mit bloßem Auge problemlos erkennbar (oder man sollte mal zum Optiker).

Die Bekämpfung dieses seit ca. 25 Jahren in Deutschland mittlerweile flächendeckend verbreiteten Brutparasiten muss in die Betriebsweise integriert werden. Für     eine erfolgreiche Imkerei ist eine erfolgreiche Varroabekämpfung unerlässlich und kann als Schlüsselfaktor angesehen werden.

Schlaglichter zur Biologie der Milbe: Die Milben vermehren sich in der Brut. Hierfür schlüpfen die Muttermilben vor der Verdeckelung der Brutzelle     in die Bienenbrut und saugen dann an der Puppe. Bevorzugt vermehrt sich die Varroamilbe in der Drohnenbrut, da durch die längere Verdeckelungszeit     der Drohnenbrut auch der Vermehrungserfolg der Milbe höher ist.

 

Verschulen

Unter Verschulen versteht man eine Maßnahme, bei der schlupfreife Königinnenzellen mit einem Käfig versehen werden, so dass die jungen Königinnen  weder davon noch aufeinander los können.

 

Vorschwarm  

Begriff aus der Schwarmimkerei, in der mit Hilfe der Schwärme die Völkervermehrung betrieben wird. Der Vorschwarm ist der Schwarm, der als erstes auszieht,  und damit auch die alte Königin erhält.

 

Wabe 

 

Bienen bauen für die Aufzucht ihrer Brut und die Einlagerung von Vorräten Waben. Diese bestehen aus zusammenhängenden, sechseckigen Zellen. Die Zellengröße variiert, je  nachdem, ob in den Zellen Arbeiterinnen- oder Drohnenbrut aufgezogen werden soll.

Unter Imkern werden oftmals voll mit Waben ausgefüllte Rähmchen mit dem darin befindlichen Wabenbau als Wabe bezeichnet. Dies ist also Synonym. Die Bienen benötigen für  die Anlage ihrer Waben das Rähmchen nicht. Die Erfindung des Holzrähmchens und die gezielte Lenkung des Bautriebes der Bienen in diese Rähmchen ist jedoch die Grundlage der  modernen Imkerei, weil dadurch die Waben aus dem Bienenvolk zerstörungsfrei herausgenommen, transportiert und ausgetauscht werden können.

Die Wabe dient den Bienen als Aufzuchtort für ihre Brut. Bei diesem Vorgang verbleiben nach dem Schlüpfen der jungen Bienen die letzte Puppenhaut in der Zelle. Diese liegt  der Zellwand eng an und wird von den Bienen nicht entfernt, sondern ausgeputzt und anschließend für die nächste Brutaufzucht weiterverwendet. Hierdurch werden die Waben im Laufe  der Zeit dunkler, so dass das ursprüngliche Weißlich-Gelb frischen Wabenbaus über verschiedene Gelb-Braun und Brauntöne zu einem schwärzlichen Erscheinungsbild der Wabe führt.  An der Farbe kann man daher das Alter der Wabe erkennen.

In der imkerlichen Praxis werden den Bienen oft Rähmchen mit darin eingelöteten Wachsplatten, sogenannte Mittelwände, eingehängt. Die Bienen bauen dann ihren Wabenbau,  in dem Sie die auf den Wachsplatten vorgeprägte Struktur der Arbeiterinnenzellen ausziehen. Der Imker spricht vom 'Ausbauen der Mittelwände'. Das Ergebnis sind ausgebaute Waben.  Durch diese Technik kann die von den Bienen angelegte Zellengröße gesteuert werden.

 

Wachsmotte

 

Schmetterling, dessen Larven sich von den Larvenhäuten und dem Larvenkot auf bebrüteten Waben ernähren und dabei den Wabenbau zerstören.   Besonders ärgerlich ist das Auftreten der Wachsmotten im Wabenlager. Da die Wachsmotten es auf bebrüteten Waben abgesehen haben, lässt sich der Befall reduzieren, in   dem nur unbebrütete Waben im Wabenlager aufbewahrt werden.

Wachsmotten finden sich in allen Bienenvölkern.

 

Wandern

Gezieltes Aufsuchen von Plätzen, an denen eine gute Tracht herrscht. Insbesondere verbreitet ist die Wanderung in den Wald, um Honigtauhonige ernten zu können.

 

Weisel

Königin des Bienenvolkes.

 

Weiselbecher

Erste, becherförmige Ansätze zur Bildung einer Königinnenzelle. Weiselbecher werden erst dann zu Königinnenzellen ausgezogen, wenn diese von der Königin mit einem Ei  versehen (bestiftet) wurden.

 

Weiselprobe

Methode, um festzustellen, ob ein Bienenvolk über eine Königin verfügt. Hierfür wird in ein Bienenvolk eine Wabe mit jüngster Brut und frischen Arbeiterinnen-Eiern eingehängt.  Wird die Brut normal weitergepflegt, hat das Bienenvolk eine Königin. Werden hingegen Nachschaffungszellen angelegt, ist keine Königin im Bienenvolk vorhanden.

 

Weiselrichtigkeit

Ein Volk ist weiselrichtig, wenn das Volk über eine begattete, eierlegende Königin verfügt.

 

Windel

In der Regel weiße Einlage in bzw. unter den Gitterboden einer Beute. Die Windel fängt alles auf, was vom Bienenvolk abfällt (Gemüll). Durch die Betrachtung des   Gemülls können Rückschlüsse auf die Gesundheit des Bienenvolkes gezogen oder der Erfolg einer Behandlung gegen die Varroa-Milbe kontrolliert werden.

 

Winterbiene

Biene, die im Spätsommer erbrütet wird. Durch die geringere Beschäftigung der Bienen mit Stocktätigkeiten leben diese Bienen länger  (mehrere Monate) über den gesamten Winter.

 

Zander

Insbesondere in Süddeutschland verbreitetes Rähmchenmaß der Hobby- und Nebenerwerbsimkerei.

 

Zarge

 

Holzrahmen einer Magazinbeute (siehe auch Beute).

In einen solchen Holzrahmen können eine bestimmte Anzahl von Rähmchen bzw. Waben eingehängt werden (z.B. 10 bei der Dadant). Eine Zarge umfasst also nur  die Seitenbretter und die Aufhängeleisten für die Rähmchen. Die Zarge ist oben und unten offen und muss mit Deckel und Boden versehen werden, damit daraus eine Beute wird.

Im Laufe des Bienenjahres werden die Bienenvölker durch das Aufsetzen einer weiteren Zarge (mit Rähmchen bzw. Waben oder Mittelwänden, aber ohne Bienen) erweitert bzw. durch  das Entfernen einer Zarge wieder eingeengt.